Hier einige Bilder und Links von Mariagrün!

Zuständig: Diakon Rudi Prattes

Homepage der Stationskaplanei Mariagrün - http://www.grazmariagruen.at/

Mariagrüner Kindertheater

Fotos vom Mariagrüner Fest am 7.7.2013

Fotos von der Kirche

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Wallfahrtskirche Mariagrün

Stationskaplanei Maria Heimsuchung

Pfarre St. Leonhard . Stadt Graz (XI. Bezirk), Steiermark

GESCHICHTE

stifterDie Wallfahrtskirche Mariagrün in Graz ist die bedeutendste kirchliche Stiftung eines Bürgers der Stadt Graz. Hanns Friz kam um 1640 nach Graz, wo er die Tochter des ,,Hasenwirtes" zur Frau nahm. Schon zwischen 1644 und 1652 war Hanns Friz Pächter des Gasthauses in der Franziskanergasse Nr. 7, ab 1652 Eigentümer des Bürgerhauses Schmiedgasse Nr. 6 (heute Casino), wo das Gasthaus zum ,,Goldenen Hasen" untergebracht war, das Friz neben dem Schneidereigewerbe mit besonderem Erfolg betrieb. Als Ratsbürger entwickelte er einen kritischen und sozialdenkenden Geist, weswegen er manche Ränke mit dem Magistrat auszufechten hatte. In vielem ein erbitterter Kämpfer, in anderem ein großzügiger Gönner, erwirtschaftete er recht bald ein bedeutendes Vermögen. Als 1651 seine erste Frau starb, heiratete er ein Jahr später Rosina Graßl. Zu dieser Zeit erwarb er auch einen größeren Weingarten am Rosenberg, der, ostwärts gelegen, bis zum Mariagrünerbach gegenüber dem Ansitz Kroisbach reichte. Dieser Weingarten war bis I848 der Herrschaft Waxenegg dienstbar.

Da diese Gegend schon damals ein beliebtes Ausflugszier der städtischen Bevölkerung war, wurde diese Möglichkeit auch von den Kapuzinerpatres der beiden Grazer Klöster St. Anton und Graben gerne wahrgenommen. Diesen Patres überließ Hanns Friz ein Plätzchen, wo sie eine kleine Eremitage errichteten, in der auch eine Kapelle untergebracht war. Hier wurde am 28. Oktober 1663 der erste Gottesdienst gehalten. Anlässlich der schweren Geburt ihres ersten Sohnes gelobten Hanns und Rosina Friz, auf ihrem Besitztum am Rosenberg eine Kirche zu bauen. Der Überlieferung zufolge wurde der Standort dieser Stiftung vom gesundgeborenen Knaben durch das Werfen eines kleinen Steinchens bestimmt.

Hier wurde nun 1668 die erste Kirche „St. Maria in der Grien“ (Maria im Grünen) errichtet. Das erste Patroziniumsfest wurde am 2. Juli 1669 gefeiert. Am 4. August 1670 erhielt Mariagrün eine weitreichende Meßlizenz, wobei bis auf weiteres nur die Kapuziner zelebrieren durften. Im Herbst 1612 liefen Bestrebungen, die Meßlizenz zu erweitern, doch der Versuch, den Dominikanerorden hier heimisch zu machen, scheiterte. Mitten in diesen Plänen starb der Stifter Hanns Friz am 19. Oktober 1672 und wurde im Kreuzgang des Franziskanerklosters Graz beigesetzt. In der Folge versuchte auch die Pfarre St. Leonhard, die Einverleibung dieser Kirche zu erreichen, doch blieb bis 1811 der Stadtpfarrer von Heiligenblut für Mariagrün zuständig. Fine großzügige Stiftung (heute Kaplaneihaus) bildete die Grundlage für das 1759 errichtete Benefizium an der Wallfahrtskirche, das 1808 zur Stationskaplanei erhoben wurde. Mehrere Versuche, den Rang einer Pfarrkirche zu erreichen, so etwa 1853 und zuletzt 1939, konnten sich nicht durchsetzen.

 

roseggerhochzeitAm 13. Mai 1873 fand in der Wallfahrtskirche die Trauung Peter Roseggers mit seiner ersten Frau Anna Pichler statt. Dieser große steirische Dichter war es auch, der sich vehement für die Erhaltung des Mariagrüner Waldes als Erholungsraum einsetzte, und so ist diese Gegend bis heute von jeder entstellenden Verbauung frei geblieben. An Peter Roseggers Hochzeit erinnert eine Gedenktafel an der Ostwand der Kirche.

 

 

 

DAS GEBÄUDE UND SEINE AUSSTATTUNG

Der 1668 errichtete Zentralbau hatte die Form eines griechischen Kreuzes mit laternenbekrönter Kuppel. Gegen Norden (heutiger Hochaltarbereich) wurde 1670 eine Sakristei angefügt und dem Haupteingang eine offen Vorhalle mit Schopfwalmdach vorgestellt. Im Jahr 1695 erhielt die Kirche einen viergeschossigen Glockenturm, dessen heutiges Aussehen durch die Umbauten von 1852 und 1881 bestimmt wird.

vor1852Die heutige Form des Kirchenraumes wurde 1852 erreicht, indem

gnadenbildwestlich eine neue Sakristei erbaut und an Stelle der alten Sakristei Platz für den Hochaltar geschaffen wurde. Zudem erfuhr der Raum durch den Neubau eines Langhauses an Stelle der offenen Vorhalle eine völlig neue Dimension. Die Wirkung des Zentralraumes mit dem Klostergewölbe in der Vierung ist von außen nur noch im Bereich der Seitenkapellen mit den geschweiften Giebeln erkennbar.

Während beim Neubau von 1668 der Baumeister Dominikus Torre überliefert wird, ist der Entwurf von 1852 bisher anonym geblieben. Architektonisch interessant ist dabei vor allem die Giebelfassade mit Haupteingang, Rundbogenfries und drei Rundbogennischen, deren Maßwerke allerdings der gotischen Formensprache entlehnt scheinen. Das profilierte Rundbogenportal weist bemerkenswerte schmiedeeiserne Gitterflügel auf, die noch vom ursprünglichen Portal stammen und dem neuen Standort angepasst wurden. In den Nischen beiderseits des Portals befinden sich zwei Plastiken von Jakob Gschiel aus dem Jahr 1875, die hll. Josef und Florian darstellend, während in der dritten Nische über dem Portal die Szene „Maria Heimsuchung“ von Josef Tunner malerisch dargestellt wurde. Der ursprüngliche Hochaltaraufbau hatte die Gestalt einer Felswand, in ausgesparten Nischen fanden Statuen und Bilder Platz. An zentraler Stelle befand die Statue Mariens mit dem Jesuskind, zu dem es je nach Festzeit verschiedene „Röckl“, also Kleider, gab. Diese Statue wurde angeblich bereits 1169 in eine Kapelle in der Heinrichstraße übertragen. Die Statuen der hll. Johannes Baptist, Johannes Evangelist sowie Peter und Paul flankierten die Hauptfigur, während der Schutzengel und der Erzengel Michael das eigentliche Gnadenbild flankieren, das sich im Auszug befand und im 19. Jahrhundert als Hauptbild auf den heutigen Hochaltar gestellt wurde. Es zeigt die Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind, das mit der Hand auf Johannes den Täufer hinweist, der rechts davon, von einem Lamm begleitet, zu sehen ist.

Hochaltar einst und jetzt

hochaltar einst

hochaltar jetztDer heutige Hochaltaraufbau, gefasst 1154 von Franz Josef Reich, wurde aus einer nicht näher bekannten Kirche hierher übertragen. Dies fand wohl 1844 statt, als das ehedem in der Altarmensa untergebrachte Grab der hl. Rosalia in die Krönungskapelle übertragen wurde, wo es I 889 allerdings schon verfallen war. Der heute benützte Tabernakel wurde 1878 vom Christlichen Kunstverein bezogen. Das Gnadenbild von 1669 wurde dabei an Stelle des früheren Altarblattes, wovon noch der Rahmen zu sehen ist, angebracht. Sowohl die Statuen der hll. Leopold und Sebastian als auch das Gottvater-Bild im Auszug gehören zu den 1844 übertragenen Teilen des Hochaltars. Am Übergang von der Vierung in den Altarraum befinden sich vier Nischen, die mit Statuen der hll. Barbara, Agnes, Margaretha und Katharina geschmückt sind. Der rechte Seitenaltar wurde 1669 dem hl. Franziskus geweiht und wird im Inventar v on 1614 als Bildhauerarbeit bezeichnet; er wurde 1844 in die Krönungskapelle überstellt, das Altarblatt allerdings blieb weiter in Verwendung. Es zeigt Maria mit dem Jesuskind, wie sie beide mit den Füßen einem emporkriechenden Drachen Einhalt gebieten. Damit wird wohl auf die „Geheime Offenbarung“ des Evangelisten Johannes angespielt. Hinter Maria ist der Verkündigungsengel zu sehen, gegenüber der hl. Josef und vor diesem wiederum die Gestalt Johannes des Täufers mit Kreuzstab und Spruchband. Darüber schweben Engelsfiguren und Gottvater. Die Statuen beiderseits stellen Petrus und Jakobus dar. Der linke Seitenaltar war ursprünglich dem hl. Antonius dem Einsiedler geweiht und eine Arbeit aus einer Kapuzinertischlerei. Im Jahr 1844 lieferte Josef Wonsiedler ein neues Altarblatt, gleichzeitig einen analogen Aufbau zum rechten Seitenaltar. Das Altarblatt zeigt das Bild der Schmerzhaften Mutter Maria, das Kreuz in der Rechten, vor sich die „Arma Christi“ (Leidenswerkzeuge) betrachtend. Darunter befinden sich Wappen und Inschrift des Stifters, Alois Reichsfreiherr von Königsbrunn, und seiner Gemahlin Franziska, geb. Pichl.

Die Nischen der Altarmensen beherbergten wie der Hochaltar bis 1844 je eine Grabdarstellung, rechts eines Eremiten, links das der hl. Magdalena.

An der Brüstung der 1852 eingezogenen Empore befinden sich die Bilder der Kirchenstifter, Hanns und Rosina Friz. schon im Jahr 1670 erhielt Mariagrün ein kleines Orgelpositiv, das kurz vor 1883 durch die heutige Orgel (10 Register) ersetzt wurde. Es handelt sich dabei um ein älteres Werk unbekannter Herkunft, das für diesen Raum adaptiert werden musste. In der Glockenstube des Turms hängen vier Glocken, die Älteste davon aus dem Jahr 1710, eine von 195I und zwei von 1958, geschaffen von der Firma Graßmayr in Innsbruck. In der Sakristei befindet sich ein Marmorlavabo aus dem Jahr 1670, von Carlo Gianollo und Johann Anton Teifenistri. Das Gemälde, die hl. Hemma darstellend, stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Die Krönungskapelle

Etwas abseits der Kirche steht die Krönungskapelle, vor 1844 der hl. Anna geweiht. Der kleine quadratische Bau stammt aus dem Jahr 1666. Die Schauseite ist mit Sprenggiebel, Pilastern und profiliertem Rundbogenportal besonders aufwendig gestaltet. Die schmiedeeisernen Gitterflügel stammen aus der Bauzeit. Hier wurde 1844 der frühere Franziskusaltar der Kirche aufgestellt, ein Säulenaufbau im Knorpelwerkstil, dem als Titelbild ein Gemälde der Krönung Mariens eingesetzt wurde, während das Franziskusbild im Auszug noch original erhalten ist.

imaculata veit koenigerAn der Nordwestseite des kleinen Platzes befindet sich eine bemerkenswerte Steinplastik der Maria Immaculata, 1760 von Veit Königer geschaffen. Sie soll vom Kloster am Münzgraben stammen, war aber bereits 1880 hier in Mariagrün.

Gegenüber der Kirche steht ein kleines Denkmal, das an Ludwig Bonaparte erinnert. Der quadratische Aufbau mit eingelassenen Texttafeln wird von einer Terrakottavase bekrönt. Zwischen 1810 und 1814 weilte Ludwig Bonaparte, Exkönig von Holland und Bruder Kaiser Napoleons I., in Graz und hielt sich bei seinen Spaziergängen vornehmlich in Mariagrün auf.

 

 

 

Text und Bilder: Gottfried Allmer

Christliche Kunststätten Österreichs, Nr. 285

@ VERLAG ST. PETER A-5010 SALZBURG

1. Auflage 1996

Herstellung: Salzburger Druckerei (Salzburger Preßverein)

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