Viele berühmte Menschen sind am Leonhardfriedhof begraben

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Nr.

Name

Grab-Nummer

01

Gustinus Ambrosi

204-010-195-1

02

Ludwig von Benedek 

201-010-030

03

Karl Josef Bergmann

204-010-206-1

04

Julius Joseph Graf Bernay v. Favancourt

203-010-143

05

Karl Bielohlawek

112-010-048

06

Adolf Brunnlechner

240-070-039

07

Prinzessin Djanan Djavidan

124-010-025

08

Alois Dienstleder

220-180-009

09

Herbert Eichholzer

120-020-013

10

Bruno Ertler

111-010-025-1 

11

Wilhelm Fischer 

220-180-045

12

Hans Friedl

110-170-049

13

Moritz Ritter v. Franck

111-010-024-1

14

Viktor von Geramb

120-090-010

15 

Emil Edmund und René Gerstenberger

120-030-039

16

Andreas Girardi

110-060-022

17  

Wilhelm Gösser

240-160-031

18

Robert Hamerling

114-010-122

19

Georg Hansemann

203-010-120-1

20

Johanna Gräfin Hartenau

114-010-127-1

21

Fritz Hartlauer

230-040-006

22

Anton Hauser

123-010-090

23

Julius Jacob Freiherr von Haynau

111-010-014

24

Karl Hoffmann    

120-030-037

25  

Julius Freiherr von Horst 

113-010-097

26

Ernst Höller

230-160-016

27

Andreas Hüttenbrenner  
Prokop Freiherr von Rokitansky

122-010-070-1

28

Friedrich von Hurter

124-010-011

29

Hilde Jentsch

210-010-030

30

Reno Ernst Jungel

120-040-001

31

Karl Kappel von Savenau

220-070-053

32

Kurt Kaser

110-260-041

33  

Martin von Kink 

111-010-033-1

34 

Richard Krafft-Ebing

114-010-138-1

35

Franz Krones

201-010-010-1

36

Rudolf List

110-050-037

37

Jakob Lorber

110-120-041

38

Ludwig  Luksch  

220-010-053

39

Georg May

303-010-037

40

Alexius Meinong
Ritter von Handschuchsheim

120-020-039

41

August Musger   

110-120-010

42

Richard u. Rudolf Müller

110-141-051

43

Viktor Mytteis    

110-080-001

44

Daniel Pauluzzi  

120-040-021

45  

Alexander Edler von Pichler - Gedächtniskapelle

113-010-108-1

46 

Anton Graf u. Irene Prokesch v. Osten- Mausoleum

120-010-0215

47

Maximilian von Rodakowski

230-100-019

48

Ludwig Carl Seydler

113-010-114-1

49  

Rudolf Siebeck                

201-010-191-1

50

Fritz Silberbauer  

240-100-058

51

Carl Freiherr von Smola  

112-010-059

52

Karl Maria Stepan

201-010-068-1

53

Oscar Stolberg    

230-080-015

54

Eduard Ritter Succovaty v.Vezza

203-010-128-1

55

Rudolf Szyszkowitz

220-110-041

56

Anton Tautscher     

220-040-016

57

Wilhelm von Tegetthoff

122-010-086-1

58

Josephine Toman (Obelisk)

110-400-016

59

Joseph Freiherr Vecsey de Vecse et Böröllyo-Iságfa

210-010-010

60

Alexander Freiherr von Warsberg

204-010-183-1

61

Ladislaus Gundacker
Graf Wurmbrand-Stuppach

201-010-057-1

62

Johann Wiedner  

210-040-024

63

Viktor Zack     

230-070-026

 

Kurzbiografien

01) Gustinus Ambrosi, Prof. h.c., Bildhauer, Dichter, Philosoph, 1893 - 1975. Ehrengrab der Stadt Graz, Ehrenbürger von Graz, Ambrosi-Gasse in Graz-Waltendorf nach ihm benannt. Der nach Krankheit in der Jugend ertaubte leidenschaftliche Künstler erschaffte über 2500 bildhauerische Werke, die in ihrem expressiven Gestus von hoher Gestaltungskraft zeugen. Eine Reihe literarischer und philosophischer Schriften befassen sich mit dem kulturellen Verständnis seiner Zeit. Er arbeitete nach erster Ausbildung zunächst in Graz, später nach Besuch der Akademie vorwiegend in Wien, atmete für einige Zeit jedoch auch den Geist von Paris. Im 2. Weltkrieg wurde ein beträchtlicher Teil seines Werkes im Wiener Staatsatelier durch Bomben zerstört, um dessen Wiederinstandsetzung er sich in den letzten Lebensjahren mühte. Eine Gustinus Ambrosi-Gesellschaft in Wien widmet sich seinem Gedenken. Das Grabmal der beiden Hände wurde vom Künstler selbst geschaffen.



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02) Ludwig von Benedek, Feldzeugmeister in der k. k. Armee, 1804 - 1881. Ehrengrab der Stadt Graz, Ehrenbürger von Lemberg, Galizien und Wien. Ludwig-Benedek-Gasse in Graz-Strassgang nach ihm benannt. Nach Absolvierung der Maria-Theresianischen Militärakademie war ihm eine glänzende militärische Laufbahn beschieden, die ihn in Ungarn, Galizien und Italien zu großen Erfolgen als Feldherr führte. Bekannt wurde von Benedek durch seine ungeschminkten Aussprüche. In den Jahren 1849 - 1857 stand er als Generalstabschef dem zum Militärgouverneur ernannten Feldmarschall Radetzky in Italien bei. Das Jahr 1866 erwies sich mit der schicksalsschweren Niederlage der österreichischen Armee vor Königgrätz als Knickpunkt in seinem Leben, der ihn veranlasste, sich nach Schmähungen ins Privatleben nach Graz zurückzuziehen. Sein Vermächtnis bleibt ein zutiefst ethisches Verständnis vom Offiziersberuf, das er Zeit seines Lebens in Sieg und Niederlage vertrat.

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03) Karl Josef Bergmann, Industrieller, 1813 - 1879. Ehrengrab der Stadt Graz, Bergmanngasse in Graz-Geidorf nach ihm benannt. Er kam zur Zeit der frühen Industrialisierung als Inhaber einer erfolgreichen Eisenwarengießerei in Graz zu einem Vermögen. Durch seine soziale Einstellung und seine Förderungsbereitschaft, vor allem durch ein großzügiges testamentarisches Legat, kam 1887 in Graz ein erstes Waisenhaus, das Bergmann`sche Waisenhaus, zur Errichtung. Durch diese Einrichtung konnten Waisen, die bis dahin gesellschaftlich benachteiligt waren, ein Heim und eine Ausbildungsmöglichkeit geboten werden, womit sie in die Gesellschaft integriert werden konnten. Heute setzt eine „Gisela-Valerie- Stiftung" mit einem Heim für Mädchen in Graz das soziale Werk fort.

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04) Julius Joseph Graf Bernay von Favancourt und zu Coussay, k. k. Generalmajor und Kämmerer, 1804 - 1888. Ehrengrab der Stadt Graz. Die militärische Laufbahn ließ ihn als erfolgreichen Heerführer zu einem Vermögen kommen, das er der Stadt Graz für soziale Zwecke zukommen ließ. Er wurde mit dem Ritterkreuz des Maria Theresien Ordens ausgezeichnet.

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05) Karl Bielohlawek, Dr. jur., Dr. phil., Wissenschaftler und Bibliothekar an der Universität Graz, 1880 - 1953. Der klassische Philologe lieferte wertvolle Beiträge zur Inventarisierung mittelalterlicher Handschriften und verfasste Abhandlungen zur griechischen Mythologie und Homer-Forschung. Das empfindsame Grabrelief stammt von Hans Brandstellter im Geiste des Jugendstils.

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06) Adolf Brunnlechner, Mittelschullehrer, Maler, Schriftsteller, 1863 - 1960. Der Neffe des Rosegger-Freundes August Brunnlechner kehrte nach langjähriger Lehrtätigkeit in Konstantinopel und Triest nach Graz zurück und widmete sich vornehmlich der Malerei. Er wandte sich intensiv der liebevollen Darstellung der steirischen Landschaft zu, in der er erhaltenswürdige Werte eines glückerfüllten Lebens erkannte.

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07) Prinzessin Djana Djavidan, Schriftstellerin und Malerin, 1877 - 1968. Vorkämpferin der Frauenemanzipation in der arabischen Welt. Einem europäischen Adelsgeschlecht entstammend, in Philadelphia geboren, wurde sie als nach mohammedanischem Ritus dem letzten ägyptischen Vizekönig angetraute Gattin in den arabischen Kulturkreis einbezogen. Auf ausgedehnten Reisen lernte sie die untergeordnete Stellung der Frau in der Welt des Orients kennen und machte sich zum Ziel, diese im Sinne umfassender Menschlichkeit zu verbessern. Nach Trennung von ihrem Gatten lebte sie als freie Schriftstellerin - mit Gerhard Hauptmann bekannt - in Berlin, später vorwiegend als Malerin in Graz. Ihr wichtigstes literarisches Werk „Harem" sowie ein Bilderzyklus „Visionen am Nil" haben die künstlerische Bedeutung der Weltbürgerin grundgelegt.

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08) Alois Dienstleder, Dr., Univ.-Prof., Bundesrat und Landeshauptmann von Steiermark, 1885 - 1946. Der Professor für Kirchenrecht war als engagierter Politiker in der Christlich-sozialen Partei 1933 der letzte frei gewählte Landeshauptmann von Steiermark. Er führte in einer unruhigen Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus, gekennzeichnet durch politische Gruppenkämpfe zwischen den rechts- wie linksstehenden sowie nationalsozialistischen Bewegungen, durch ein Jahr die Geschicke des Landes, bevor er 1934 von Karl Maria Stepan abgelöst wurde. Seine Ablöse stand im Zusammenhang mit der Errichtung des Ständestaates und dem im gleichen Jahr erfolgten Tod von Bundeskanzler Dollfuß. Bis zur Annexion Österreichs 1938 war er Bundesrat, während der Kriegszeit zog er sich als Universitätslehrer zurück. Nach Kriegsende 1945 war er einer der „Männer der ersten Stunde" in der Steiermark, der als Landesparteiobmann die neu gegründete Österreichische Volkspartei übernahm und Mitglied einer provisorischen Landesregierung wurde. Nach gewonnener erster freier Wahl im November 1945 und Anspruch auf den Landeshauptmann durch die ÖVP musste er, gesundheitlich angeschlagen, die Führungsrolle dem den Bauernstand repräsentierenden Landeshauptmann Hans Pirchegger überlassen. 1946 starb der immer auf Ausgleich bedachte Kämpfer für Demokratie und Recht, dessen Erinnerung hoch geschätzt wird.

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09) Herbert Eichholzer, Dipl.-Ing., Architekt, 1903 - 1943. Bedeutendster Architekt der Moderne in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in der Steiermark. Nach dem Studium an der Technischen Hochschule Graz arbeitet er in Deutschland, der Türkei, in Griechenland und Paris, wo er Schüler von Le Corbusieur war. In der Folge machte er sich in Graz selbständig und plante öffentliche und private Bauten, wovon das Haus Lind in Graz weitestgehend erhalten ist. Eichholzers Internationalität bekundet eine Tätigkeit für ein Wohnbauprojekt in Moskau. Zunehmend geriet er aufgrund seiner Auffassung im sozialistischen Geist in Konflikt mit dem heraufziehenden Nationalsozialismus. Nach Emigration 1938 nach Frankreich und der Türkei, wo er im Atelier von Clemens Holzmeister arbeitete, kehrte er 1941 freiwillig nach Graz zurück. Trotz Einzug in den Kriegsdienst wurde er wegen seiner widerständischen Aktivitäten 1943 in Wien hingerichtet.


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10) Bruno Ertler, Dr. phil., Dichter, Journalist, 1889 - 1927. Dr. Bruno Ertler-Strasse in

ertler

Graz-Geidorf nach ihm benannt. Der früh verstorbene steirische Dichter mit niederösterreichischen Wurzeln schrieb Gedichte, Novellen und Dramen, von denen die Tragödie „Anna Iwanowa" 1920 uraufgeführt und später als Opernstoff vertont wurde. Mit Anton Wildgans und Joseph Marx befreundet, erfüllte sich in Ertler das Schicksal eines durch die Zeitumstände in Vergessenheit geratenen namhaften Literaten. Das Porträtrelief des Grabdenkmales wurde von Wilhelm Gösser gestaltet.

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11) Wilhelm Fischer (Autorenname Fischer-Graz), Dr. phil., Dichter, 1876 - 1932. Direktor der Steiermärkischen Landesbibliothek am Landesmuseum Joanneum. Allee im Grazer Stadtpark nach ihm benannt. Als feinsinniger Autor von Veröffentlichungen zu Philosophie und Musik ist er in späteren Jahren vor allem mit Novellen und Romanen aus seiner steirischen Wahlheimat zur Bedeutung als „Grazer Stadtpoet" gelangt. Nach seinen „Grazer Novellen" erlangten die heiteren Romane „Die Freude am Licht" und „Die Fahrt der Liebesgöttin" Bekanntheit und brachten ihm Anerkennung ein. Das Grabmal wurde von Wilhelm Gösser gestaltet.

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12) Hans Friedl, Dr., 1895 - 1932. Das Porträtrelief am Grabmal des jung verstorbenen Mannes, der als Erzieher wirkte, stammt von dem mit ihm befreundeten Bildhauer Wilhelm Gösser.

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13) Moritz Ritter v. Franck , Bürgermeister der Stadt Graz, 1814 - 1895. Ehrenbürger der Stadt Graz, Ehrengrab der Stadt Graz, Franckstrasse in Graz-Geidorf nach ihm benannt. In Wien geboren, begann er zunächst eine militärische Laufbahn. Durch Heirat mit Aloisia Gräfin Wagensperg kam er in die Steiermark und wurde Gutsherr bei Wildon und bald in den Steiermärkischen Landtag berufen. 1861 wurde er der erste frei gewählte Bürgermeister von Graz. Franck zeichnete sich durch großes soziales Engagement und Weitsicht aus. Neben Armenfürsorgemaßnahmen, der Einrichtung einer Volksküche und eines städtischen Spitals nahm er Einfluss auf die Stadtentwicklung durch Beauftragung eines Stadtregulierungsplanes und setzte sich für die Schaffung der städtischen Wasserleitung und den Kauf der Hilmteichgründe für die Stadt Graz ein. Die größten Verdienste erwarb er sich durch die Ausgestaltung des Grazer Stadtparks nach dem Vorbild eines Englischen Parks, wobei ein von der Bürgerschaft getragener Stadtverschönerungsverein ihm zur stand. Im Stadtpark erinnern ein Standbild, geschaffen vom Bildhauer Edmund Hellmer, sowie die Franck-Eiche an den tatkräftigen Bürgermeister.

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14) Viktor Ritter von Geramb, Dr. phil., Hofrat, Univ.-Prof., 1884 - 1958. Viktor Geramb-Weg in Graz Ries und Steirischer Baupreis der „Geramb Rose" nach ihm benannt. Der in Deutschlandsberg Geborene studierte an der Grazer Universität und hob als Forscher die `Volkskunde` als wissenschaftliche Disziplin aus der Taufe. Der Begründer des Steirischen Volkskundemuseums und des Heimatwerkes, dem als Ordinarius der bekannte steirische Kulturpolitiker Hanns Koren folgte und der sein Wissen an Schüler wie den Dichter Alois Hergouth weitergab, übte als Theoretiker und Promotor nachhaltige Wirkung auf die Bewegung zur Anerkennung heimischer Kunst- und Bautraditionen aus. Daraus ist unter anderem auch das Freilichtmuseum Stübing hervorgegangen. Das erstmals von ihm herausgegebene „Steirische Trachtenbuch" wurde zu einem Standardwerk der Volkskunde. Schließlich machte er sich in Erfüllung seiner literarischen Neigungen als Herausgeber steirischer Kinder- und Hausmärchen verdient.

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15) Emil Edmund und René Maria Gerstenberger, Vater und Sohn. Akad. Maler Emil Edmund Gerstenberger, 1889 - 1953, stammte aus dem Sudentenland, studierte in Wien Malerei und Grafik und war eine Zeitlang Schüler von Joseph Hoffmann an der Wiener Kunstgewerbeschule. Als Kunsterzieher war er zunächst in Schlesien, in weiterer Folge an mehreren Mittelschulen in Österreich tätig. Sein malerisches Werk, das einem weltbejahenden Menschenbild verpflichtet ist, umfasst Porträts, Landschaften und Stilleben, daneben schuf er Frescobilder. Sein Sohn Renè Maria Gerstenberger, 1922 - 1988, folgte den Spuren seines Vaters, genoss eine künstlerische Ausbildung an der Grazer Ortweinschule bei den Professoren Wilhelm Gösser, Rudolf Szyszkowitz und Fritz Silberbauer und an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Er machte sich vor allem als Aquarellist einen Namen, der die Steirische Landschaft in prägnanter, bewegter Strichführung darstellte. Vater und Sohn Gerstenberger galten als Stützen der `Gesellschaft Bildender Künstler` in der Steiermark. Die Grabstätte wurde mit einem Marienrelief des Bildhauers Erwin Huber ausgestattet.

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16) Andreas Girardi, Schlossermeister in Graz, gest. 1858, Vater des Schauspielers Alexander Girardi. Der beliebte Volksschauspieler, 1850 in Graz geboren, der wie sein Vater Schlosser werden sollte, kam über Auftritte auf kleinen Bühnen nach Wien an das Theater in der Josefstadt, wo er beim Publikum mit seiner komödiantischen Gabe großen Anklang fand. Die bekannte Schauspielerin Maria Geistinger war seine Förderin, gleichzeitig trug er zum Erfolg von Johann Strauß durch die Darstellung lebensvoller Rollen in den Operetten bei. Durch die Mitwirkung in der Frühzeit des Spielfilms ist seine Erscheinung überliefert. Volle Anerkennung erlangte er spät durch Berufung an das Wiener Burgtheater. Die Girardi-Gasse in Graz-Innere Stadt erinnert an ihn. In der Ehrengalerie im 2.Grazer Burghof befindet sich eine Denkmal-Büste des Künstlers.

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17) Wilhelm Gösser, Akad. Bildhauer, Prof., 1881 - 1966. Bürger der Stadt Graz. Wilhelm Gösser-Gasse in Graz-Waltendorf nach ihm benannt. Als unehelicher Sohn des bekannten Bildhauers Hans Brandstetter in der Obersteiermark geboren, erhielt er seine Ausbildung bei den Meistern Gschiel und Neuböck d. Ä. in Graz und besuchte anschließend die Akademie der bildenden Künste in Wien. 1920 wurde er Professor für Holz- und Steinbildhauerei an der Grazer Kunstgewerbeschule, heute Ortweinschule, wo er in 25-jähriger Tätigkeit als geschätzter Lehrer zahlreichen Schülern das Rüstzeug für ein erfolgreiches späteres Wirken vermittelte. Eine Reihe von Auszeichnungen wurden ihm zuteil. Von seinen vielen lebendig gestalteten skulpturalen Arbeiten hat das Roseggerdenkmal am Grazer Opernring größte Bekanntheit erlangt. Beim Aufstieg zum Stefaniensaal im Grazer Congress erblickt man im Foyer eine sitzende Beethovenfigur, die die empfindsame Handschrift Gössers trägt.

hamerling


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18) Robert Hamerling, Dr. phil., Prof., Dichter und Philosoph, 1830 - 1889. Hamerlinggasse in Graz-Innere Stadt nach ihm benannt. Ein Denkmal des Dichters, von Carl Kundmann geschaffen, steht im Grazer Stadtpark. Aus dem Waldviertel stammend, wirkte er nach dem Philosophiestudium in Graz als Mittelschullehrer in Triest. Zunehmend trat er mit journalistischen und literarischen Arbeiten hervor, von denen mehrere Lyrikbände und das Epos „Ahasver in Rom" ihn bekannt machten. Nach Graz zurückgekehrt, festigte sich sein Ruhm als führender Literat in seiner Zeit, wovon das Werk „König von Sion" zeugt, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Seine dem Zeitgeist entsprechende Neigung zur„großdeutschen Idee" hat zu kontroversiellen Beurteilungen seines Werkes geführt, was jedoch die literarische Bedeutung des Künstlers nicht mindert. Das eindrucksvolle Grabmal mit einer Büste des Künstlers und einer Psyche, beide aus Laaser Marmor, stammt aus der Hand Hans Brandstetters.

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19) Georg Hansemann, Dr. theol., Msgr., Univ.-Prof., 1913 - 1990. Der in Varazdin Geborene erlangte 1936 die Priesterweihe und war dann als Religionsprofessor in Leoben tätig. Der Jugend sehr verbunden war er nach dem 2. Weltkrieg erster Hochschulseelsorger in Graz, weiters Diözesanjugendseelsorger und Spiritual am Priesterseminar. 1950 wurde er Lehrbeauftragter, 1959 Univ.-Prof. für Katechetik und Religionspädagogik an der Universität Graz. Prior des Ritterordens vom Hl. Grab. Der Theologe hinterließ als Autor und Mitherausgeber zahlreiche spirituell prononcierte Textbeiträge in Zeitschriften und Büchern, gewann aber vor allem als lebendiger Prediger und Tagungsleiter Hochschätzung bei Jung und Alt.

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20) Johanna Gräfin Hartenau, Sängerin, Pianistin, 1865 - 1951. Die Gattin des Grafen Hartenau, Fürst Alexander I von Bulgarien, Prinz von Battenberg, stand im Schatten ihres berühmten Mannes, der deutscher Abstammung mit der Zarenfamilie verwandt war und für Bulgarien gegen die Türken erfolgreich kämpfte. Er wurde als junger Prinz Regent von Bulgarien und in Sofia beigesetzt.. Die Hartenau-Gasse in Graz-St.Leonhard und das Palais Hartenau rufen die Erinnerung an das auf der politischen und kulturellen Bühne Europas bedeutungsvolle Geschlecht wach. Johanna Gräfin Hartenau, geb.Loisinger, zunächst als Opernsängerin tätig, trat nach dem frühen Tod ihres Gatten als anerkannte Pianistin hervor. Im Rahmen des festlichen Eröffnungskonzertes des von Arch. Leopold Theyer umgestalteten Stefaniensaales1908 wurde ihr die Ehre zuteil, mit dem bedeutenden deutschen Pianisten Max Pauer aufzutreten und „Variationen über ein Thema von Beethoven" von Camille Saint-Saens vorzutragen.

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21) Fritz Hartlauer, Prof., Bildhauer, 1919 - 1985. Der in der Oststeiermark geborene Künstler übte zunächst einen technischen Beruf aus, ehe er sich als Autodidakt mit Leidenschaft der Bildhauerei zuwandte. Als Gastschüler an der Grazer Ortweinschule vertiefte er seine technischen Fähigkeiten. Am Weg von der naturalistischen Darstellung zur Abstraktion nahm er eine plastische Analyse des menschlichen Kopfes vor, woraus sich als sein zentrales Thema die „Urzelle" entwickelte. Sie stellt eine Verdichtung von Kreuzessymbolik und geometrischer Raumerweiterung dar, die er in Schriften theoretisch begründete. Er experimentierte mit verschiedenen Materialien wie Stein, Leichtbeton, Aluminium, Glas und Metall und erforschte sein Grundmotiv auch in grafischer Form. Sein Werk umfasst neben Reliefs Klein- und Großplastiken in Stein und Bronze, von denen eine eindrucksvolle Skulptur in Montreal bei der Weltausstellung 1967 im Rahmen des österreichischen Pavillons ausgestellt war. Von einer Reihe von Arbeiten im kirchlichen Raum ist die Grazer Stadtpfarrkirche zum „Hl. Blut" zu nennen, in der er eine Stahlgitterwand zur nkapelle und gläserne Wandabschlüsse der Eingangshalle gestaltete. Sein Grabmal trägt das charakteristische „Urzellenrelief" des Künstlers.

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22) Anton Hauser, Grundbesitzer und Bauträger, 1823 - 1870. Als um die Mitte des 19. Jahrhunderts die Befestigungsanlagen fielen und in der Folge das Glacis in den Stadtpark umgewandelt wurde, waren die Voraussetzungen für große gründerzeitliche Stadterweiterungen gegeben. Private Bauträger unterzogen sich dieser Aufgabe, von denen einer Anton Hauser war. Die Mandellgründe im Umkreis der neuerrichteten Technischen Hochschule wurden von ihm verbaut, wobei diese unternehmerischen Fähigkeiten ihm ein ansehnliches Vermögen einbrachten. Als Typ wurde die Blockverbauung gewählt, die heute noch den geschlossenen Charakter der Straßenzüge bestimmt, während große Höfe als Grünflächen erhalten blieben. Über Graz hinaus ist Anton Hauser durch die Erbauung des Schlosses Miramare bei Triest bekannt geworden, das in das Eigentum des Kaiserhauses überging und längere Zeit von Kaiserin Elisabeth bewohnt wurde.

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23) Julius Jacob Freiherr von Haynau, k.k. Feldzeugmeister, 1786 - 1853. Fürstlicher Abstammung aus dem Hause des Landgrafen von Hessen-Kassel wurde bereits in seiner strengen Erziehung der Weg auf eine militärische Laufbahn hin beschritten. In die k. k. Armee eingetreten, fand er in Kaiser Franz II einen besonderen Förderer seines Aufstieges als Offizier, der ihn 1835 als Generalmajor an die von Feldmarschall Radetzky in Italien stellte. Nach Einsatz in Ungarn quittierte der General aufgrund einer Kontroverse mit dem Hofkriegsrat den Dienst und zog sich nach Graz zurück. Im Gefolge der März-Revolution des Jahres 1848 trat er über eigenen Antrieb neuerdings in militärischen Dienst und befehligte die Niederschlagung von Aufständen in mehreren italienischen Städten. 1849 gelang ihm ein Sieg gegen die aufständischen Ungarn bei Temesvar, worauf er für ein Jahr zum Zivil- und Militärgouverneur von Ungarn ernannt wurde. Die eigenwilligen Ansichten des Heerführers über die Kriegsführung führten zu zahlreichen auch seinen Lebensweg beeinflussenden Spannungen mit dem höchsten Militärkommando, die erst seine ehrenvolle Grablegung überdeckten.

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24) Karl Hoffmann, Dipl.-Ing., Dr. techn., Architekt, Hochschul-professor, 1887 - 1957. Nach einem Architekturstudium in Wien praktizierte er bei einer großen österreichischen Baufirma, ehe er Assistent an der Technischen Hochschule Wien wurde und das Fach Àrchitekturperspektive vortrug. 1922 erfolgte seine Berufung an die Technische Hochschule Graz zunächst als Professor für Baukunst, ab 1923 als Vorstand der Lehrkanzel für Gebäudelehre und Entwerfen, eine Tätigkeit, die er bis 1956 als verdienter Lehrer, schließlich dem Städtebauinstitut vorstehend, ausübte. Hoffmann war mehrmals Dekan, im Studienjahr 1930/31 Rektor der TH Graz. Mehrere Preise aus Wettbewerben und Auszeichnungen wurden ihm zuteil. Als anerkannter städtebaulicher Experte war er maßgeblich an der Ausarbeitung des Grazer Verbauungsplanes 1929 beteiligt, ebenso erstellte er Bau-Regulierungspläne für eine Reihe steirischer und kärntnerischer Städte. Nach 1945 widmete er sich weiterhin der Wiederaufbauplanung in Graz. Als Architekt zeichnete er für Wohn- und Siedlungsbauten in der Obersteiermark sowie Schulen verantwortlich.

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25) Julius Freiherr von Horst, k.k. General, Minister, 1830 - 1904. Der aus einer Siebenbürgener Beamtenfamilie stammende Mann wuchs im Geiste der österreichisch-ungarischen Monarchie auf und schlug eine militärische Laufbahn ein. Verantwortungsvoller Tätigkeit im Armeekommando in Wien folgte 1871 die Bestellung zum Landesverteidigungsminister. Politische Kontroversen um die Einräumung von erweiterten Rechten gegenüber den slawischen Völkern des Balkans führten zu einer Schwächung der Liberalen Verfassungspartei und seiner Demission als Minister 1880. In Anbetracht der damit einhergehenden Beendigung seiner militärischen Laufbahn und des Verlustes eines Sitzes im Herrenhaus zog sich Horst in den Ruhestand nach Graz zurück und wurde zu einem bedeutenden Förderer des Roten Kreuzes als Hilfsorganisation in Kriegs- und Friedenszeiten. Vor seinem Tode wurde er im Sinne einer Rehabilitation nochmals ins Herrenhaus in Wien aufgenommen, wo er als politischer Geist tätig werden konnte.

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26) Ernst Höller, Dr. rer. pol., Kommerzialrat, Commendatore, Unternehmer, 1931 - 2002. Bereits mit 20 Jahren trat der in Graz geborene Handelsakademiker in das Familienunternehmen `Büttinghaus` ein, das er als Prokurist, später als Inhaber gemeinsam mit seinem Bruder zu einem führenden österreichischen Unternehmen des Baustoffhandels mit besonderem Schwerpunkt auf der Baukeramik führte. In den Neunzigerjahren erfolgte durch Beteiligungen eine Ausweitung auf neue Geschäftsfelder und den internationalen Markt. Der erfolgreiche Unternehmer stellte seine Erfahrungen in leitenden Positionen der Wirtschaftskammer, dem Bankwesen und zeitweise auch der Stadt- und Landespolitik zur Verfügung. Ehrensenator die Universität Graz. Bleibenden Verdienst erlangte er als Mann europäischen Geistes, der die Türen aufstieß zu den Wirtschaftsräumen des Südostens, vornehmlich Italien und Slowenien, um den Wurzeln österreichischer Identität im Sinne eines Austausches mit den Nachbarn nachzugehen.

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27) Andreas Ritter von Hüttenbrenner, Dr. jur., Bürgermeister von Graz, 1797 - 1869. Die Hüttenbrennergasse in Graz-Jakomini verweist auf ihn. Der promovierte Jurist trat in die Dienste des Grazer Magistrates, wurde zunächst Vizebürgermeister und 1844 durch kaiserliches Dekret Bürgermeister von Graz. Die politische Situation war durch die sozialen Probleme und die Repressionen der Ära Metternich sehr gespannt, was er als Vollstrecker staatlicher Anweisungen bis zur persönlichen Bedrohung zu spüren bekam. Im Zuge des Revolutionsjahres 1848 eskalierte die Stimmung der nach mehr Rechten, Steuersenkungen und kommunaler Selbstverwaltung strebenden Bürgerschaft und veranlasste ihn zur Demission. Er wechselte nach 5-jähriger ereignisreicher Amtszeit in das Justizwesen und wurde Oberlandesgerichtsrat. Andreas Hüttenbrenner war der Bruder des bekannten, mit Franz Schubert eng befreundeten Komponisten Anselm Hüttenbrenner, dessen Gattin Elise ebenso am St. Leonhard-Friedhof begraben ist. Anselm Hüttenbrenner wurde am Friedhof Graz- St. Veit beerdigt. Die Grabstätte beherbergt auch Prokop Freiherrn von Rokitansky und dessen Gattin, deren Reliefs von Hans Brandstetter stammen.

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28) Friedrich von Hurter, Dr. theol., Historiker, 1787 - 1865. Fürst Metternich berief den in der Schweiz geborenen Hurter in das Amt des Reichshistoriographen, der neben auferlegten wissenschaftlichen Abhandlungen sich als Lebenswerk einer Biografie „Kaiser Ferdinands II und seiner Eltern„ widmete. Verdienstvolle Orden und Mitgliedschaften in Akademien der Wissenschaften wurden ihm zuteil. Mit Graz verband ihn eine enge Beziehung zu Erzherzog Johann, über dessen militärische Erfolge er ein Werk verfasste. Im Alter ließ er sich in Graz nieder, wo er Kontakte zum an der Universität lehrenden Dozenten und Schriftsteller Leopold v. Sacher-Masoch pflegte.

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29) Hilde Jentsch, Witwe nach Hofrat N. Jentsch, 1892 - 1974. Besondere Aufmerksamkeit verdient das vom bekannten Bildhauer Hans Brandstetter, 1854 - 1925, geschaffene Grabdenkmal. Eine mit gesenktem Blick in einer Nische mit Muschel-Ornamentik sitzende Frauengestalt erscheint mit Flügeln umgürtet, die sie gleich einem Engel entschweben lässt. Die Symbolik dieser personalisierten Beziehung zwischen Himmel und Erde wird durch feine bildhauerische Bearbeitung der Flügel, des Faltenwurfes und der Haartracht übermittelt, wobei der historistische Rahmen einer klassischen Tempelfassade den zeitlosen Anspruch bewahrter Erinnerung zum Ausdruck bringt.

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30) Reno Ernst Jungel, Akad. Maler, Prof., 1893 - 1982. Bürger der Stadt Graz. Wie bei kaum einem anderen namhaften Künstler in der Steiermark haben die beiden Weltkriege durch Teilnahme am Kriegsdienst scharfe Zäsuren in seinem künstlerischen Schaffen dargestellt. Trotz früher Zuwendung zum Zeichnen konnte er erst nach dem 1. Weltkrieg ein malerisches Studium an der Landesakademie Karlsruhe und in der Folge ein Lehramtstudium an der Wiener Kunstakademie absolvieren. Dieses erlaubte ihm, ab 1933 als Kunsterzieher am Oeverseegymnasium in Graz tätig zu sein, wobei er die Ferienzeiten für ausgedehnte Studienreisen in europäische Länder nutzte. Scharf gezeichnete Stadtbilder und Landschaften nehmen in seinem Werk einen wichtigen Platz ein. Nach Aufnahme der Lehrtätigkeit nach dem 2.Weltkrieg, verstärkt nach Eintritt in den Ruhestand 1948, wirkte er als gefragter Porträtist, Landschaftsmaler und Gestalter von Auftragswerken der Wandmalerei. Bleibende Verdienste hat sich Jungel durch seine am internationalen Kunstgeschehen orientierte Sicht erworben, die in seinem „malerischen Strich" die Spuren der Moderne in die eher selbstgenügsame Grazer Kunstszene legte.

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31) Karl Freiherr Kappel von Savenau, Komponist, Musik-Schriftsteller, 1837 - 1916. Er genoss seine musikalische Ausbildung in seiner Geburtsstadt Prag und kam im Gefolge des künstlerischen Direktors des Musikvereins Wilhelm Mayer nach Graz. Hier wirkte er als Komponist und Musiktheoretiker, der als Musikkritiker der „Tagespost" seine Dienste zur Verfügung stellte. 1886 war er kurze Zeit Konzertdirektor des Musikvereins, konnte sich als Komponist in Graz durch seine Gegnerschaft zu den einflussreichen „Wagnerianern", die das Musikleben der Stadt stark bestimmten, jedoch nicht entsprechend entfalten. Das Grabmal mit einem Porträtrelief des Musikers und einem Genius mit Harfe wurde vom Bildhauer Hans Brandstetter geschaffen.

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32) Kurt Kaser, Dr. phil., Univ.-Prof., Historiker, 1870 - 1931. Ehrengrab der Stadt Graz. Einen ersten Kontakt zu Graz hatte der in Steyr geborene und in Wien promovierte und habilitierte Sozial- und Wirtschaftshistoriker, als er 1908 als außerordentlicher Professor an die Universität Graz kam, ehe er als Ordinarius an die Universität Czernowitz berufen wurde. Dieser widmete er das Werk „Die Gründung der Franz-Josefs-Universität in Czernowitz 1875". Nach dem Ende des 1. Weltkrieges kehrte er an die Universität Graz zurück, wo er bis zu seinem Lebensende lehrte und zahlreiche Forschungen und Publikationen zur steirischen Wirtschaftsgeschichte, insbesonders dem Eisenwesen, machte.

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33) Martin Ritter von Kink, Bauingenieur und Architekt, Oberbaurat, Landesbaudirektor, 1800 - 1877. Ehrenbürger von Graz und Bregenz. Kink-Gasse in Graz-Lend nach ihm benannt. In eine Innsbrucker Ingenieursfamilie hineingeboren, trat er 19-jährig in den Staatsdienst ein und war mit der Beaufsichtigung von Wasser- und Straßenbauten in Tirol befasst. Einer anspruchsvollen Aufgabe unterzog er sich mit der Leitung von Uferschutzbauten am Rhein sowie schwierigen Straßenbauten in Westösterreich. Ehe er 1853 als Landesbaudirektor in die Steiermark kam, zeichnete ihn diese Funktion als Landesbaudirektor von Tirol und Vorarlberg sowie Kärnten aus. In Graz fielen ihm die großen Aufgaben der Stadtregulierung zu, die Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Auflassung der Festungswerke und der Anlage der Glacis-Straße und des Stadtparks, der Verbauung der Jakominigründe bis zur Mur und der Maßnahmen für die Jakomini- wie Eiseren-Tor-Platzgestaltung auf die Stadt zukamen. An der Mur wurde der linksseitige Murkai angelegt, womit ein innerer Verkehrsring um die Innenstadt entstand. Bis 1867 wirkte Kink äußerst verdienstvoll als höchster Beamter in dieser Funktion, wobei er sich vom Gedanken leiten ließ, Graz von einer Festungsstadt in eine „freundliche Bürgerstadt" im Blick auf die Zukunft zu verwandeln.

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34) Richard Freiherr von Krafft-Ebing, Dr. med., Univ.-Prof., Psychiater, 1840 - 1902. Krafft-Ebing-Strasse in Graz-Mariatrost nach ihm benannt. In Mannheim geboren, studierte Krafft-Ebing in Heidelberg und Zürich und wandte sich dem Gebiet der Nerven- und Geisteskrankheiten zu. Nach Spezialstudien eröffnete er in Baden-Baden eine Praxis und wurde als Professor an die Universität Straßburg berufen, wo er eine psychiatrische Klinik einrichtete. Als bahnbrechender Lehrer für Psychiatrie folgte er 1883 einem Ruf an die Universität Graz und wurde erster Direktor der Landesirrenanstalt „Feldhof". Nach sechs Jahren Lehrtätigkeit in Graz wurde er mit der Leitung der Psychiatrischen Kliniken in Wien betraut, wo er auch dem Kaiserhaus als Berater zur Verfügung stand. Als Forscher veröffentlichte er 1886 das Werk „Psychopathia sexualis", das grundlegende Bedeutung für die Entwicklung der Psychoanalyse durch Sigmund Freund hatte. Auf Krafft-Ebing geht der Begriff „Masochismus" zurück, der die in den Erzählungen des Grazer Literaten Sacher-Masoch bekundete Haltung charakterisiert.

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35) Franz Krones Ritter von Marchland, Dr. phil., Univ.-Prof., Historiker, 1835 - 1902. Krones-Gasse und Krones-Schule in Graz-Jakomini nach ihm benannt. Bereits Mitte des 19.Jahrhunderts veranlassten politische Umstände den deutschstämmigen, in Ungarn geborenen und an der Wiener Universität ausgebildeten Wissenschaftler seine Heimat zu verlassen und in Graz sich als Gymnasiallehrer niederzulassen. Hier entfaltete er eine außerordentlich fruchtbare Tätigkeit, die ihn über anerkannte wissenschaftliche Arbeiten zur ersten Professur für österreichische Geschichte an der Universität Graz führte. Er widmete seine Aufmerksamkeit sowohl der lokalen Geschichte wie dem Werden der Grazer Universität als auch generell der österreichischen Geschichte, woraus ein fünfbändiges Werk als „Handbuch der Geschichte Österreichs" hervorgegangen ist. Der beliebte Universitätslehrer wurde von seinen Schülern „Vater Krones" genannt.

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36) Rudolf List, Prof., Schriftsteller, Journalist, 1901 - 1979. Rudolf-List-Gasse in Graz-Waltendorf nach ihm benannt. In Leoben geboren, war List in der Zwischenkriegszeit als Mitarbeiter an Friedrich Funders „Reichspost" und Mitherausgeber des „Steirischen Almanachs auf das Jahr 1927" ein Träger christlicher Ideen im politischen Alltag. Nach dem zweiten Weltkrieg vor allem als Kulturkritiker tätig, machte er sich besonders verdient mit dem mehrbändigen Werk „Kunst und Künstler in der Steiermark", das bis heute eine unerschöpfliche Quelle von Informationen ist und bisher keine Fortsetzung gefunden hat.

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37) Jakob Lorber, Schriftsteller, Mystiker, Theosoph, 1800 - 1864. Jakob Lorber-Gasse in Graz-Gries verweist auf ihn. Der sich selbst als „Schreibknecht Gottes" bezeichnende Autor von 25 Werken religiösen und philosophischen Inhaltes führte in Graz ein sehr bescheidenes und nur auf die Übermittlung „innerer Worte" gerichtetes Leben. Obgleich als Lehrer ausgebildet, kam es nie dazu, daß er diesen Berufe ausübte. Dagegen entwickelte er seine aus dem Elternhaus mitgebrachten musikalischen Anlagen zu beachtlicher Höhe, die ihm zeitlebens als Broterwerb dienten. Er sah sich in einer Zeit des völligen Auseinanderbrechens von Religion und Wissenschaft als Prophet einer neuen Zeit, die in einer Synthese wieder zu einer Übereinstimmung von persönlicher Gotteserfahrung und universeller Wissenserkenntnis findet. Dafür nahm er alle Entbehrungen auf sich, die ihn schließlich ohne gesellschaftliches Anerkenntnis in Verarmung sterben ließen. Nach seinem Tod erfuhren die naturphilosophischen Gedanken, als Theosophie bezeichnet, eine große Ausbreitung weit über Österreich hinaus. Ein Lorber-Verlag und eine Lorber-Gesellschaft, beide mit Sitz in Bietigheim, Deutschland, haben sich der Verbreitung des Gedankengutes dieses außerordentlichen Mannes gewidmet. Eine Lorber-Treppe auf den Rainerberg und eine Lorber-Quelle in Andritz, aus der heute noch frisches Wasser frei entnommen werden kann, bezeichnen Grazer Spuren seines von Inspirationen erfüllten Lebenswandels.

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38) Ludwig Luksch, Dr. med., Chirurg, 1868 - 1917. Präsident des Kuratoriums des Landesmuseums Joanneum. Die ausdrucksvolle Marmorbüste des Verstorbenen am Sockel des Grabmales wurde von dem bekannten Bildhauer August Rantz gestaltet.

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39) Georg May, Dr. jur., Rechtsanwalt, Sozialförderer, 1805 - 1884. Die May-Gasse in Graz-Jakomini wurde seinem Gedenken gewidmet. Der kinderlose, zu einem Vermögen gekommene Realitätenbesitzer vermachte in seinem Testament neben Vermächtnissen an den Franziskanerorden und die Stadt Graz für soziale Dienste den Großteil seines Eigentums an den Odilienverein, der damit das bis heute verdienstvoll wirkende Odilien-Blindeninstitut erbaute. Zunächst am St. Peter-Friedhof bestattet, wurde sein Grabmal später in räumlicher Nähe zum Blindeninstitut am St. Leonhard-Friedhof errichtet. In seinen Stiftungen lebt der Geist des großen Förderers weiter.

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40) Alexius Meinong Ritter von Handschuchsheim, Dr. phil., Univ.-Prof., Philosoph, 1853 - 1920. Die Meinong-Gasse in Graz-St.Leonhard nach ihm benannt. Einer Offiziersfamilie entstammend studierte er in Wien zunächst deutsche Philologie und Geschichte und anschließend Philosophie bei Franz von Brentano. Nach Habilitation lehrte er als Privatdozent, bevor er 1882 als Extraordinarius an die Karl- Franzens- Universität berufen wurde. Von 1889 an Professor für Philosophie an der Universität für fast vier Jahrzehnte. Zahlreiche bedeutende Schüler wie Alois Höfler und Christian von Ehrenfels. Er wurde durch seine wissenschaftliche Arbeit zum Begründer der „Grazer Schule" der praktischen Philosophie, die 1894 durch Einrichtung eines experimental-psychologischen Laboratoriums eine für Europa bahnbrechende Leistung erbrachte. Sein philosophisches Werk gipfelte neben Forschungen zur Werttheorie und Ethik in der Begründung der „Gegenstandstheorie". Über ein offenes Seminar an seinem Institut nahm er maßgeblich am philosophischen Diskurs seiner Zeit teil.

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41) August Musger, Theologe, Prof., Erfinder der Zeitlupe, 1868 - 1929. August Musger-Gasse in Graz-Geidorf erinnert an ihn. Der in Eisenerz geborene naturwissenschaftlich interessierte Mann war Weltpriester, der zugleich als Professor für Physik und Zeichnen am Fürstbischöflichen Gymnasium in Graz wirkte. Er befasste sich mit der aufblühenden Kinematografie, die durch Flimmern Mängel in der Bildwiedergabe aufwies, was er durch Konstruktion eines Apparates beseitigen konnte. 1904 erlangte er ein Patent für seine Erfindung, dessen wirtschaftliche Verwertung bedauerlicherweise scheiterte. In Weiterführung seiner bahnbrechenden Arbeiten wurde die Zeitlupe als optisches Korrektiv in Dresden entwickelt und zur Serienreife gebracht. In wissenschaftlichen Kreisen ist jedoch die Anerkennung der Pionierleistung des Forschers unbestritten.

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42) Rudolf Ritter von Müller, k. k. General der Pioniere, 1865 - 1945, Richard Ritter von Müller, k. k. General der Artillerie, 1867 - 1950. Die beiden Brüder verweisen auf eine erfolgreiche militärische Laufbahn in der k. k. Armee, wofür ihnen der für außerordentliche Verdienste verliehene Maria-Theresien-Orden zugesprochen wurde.

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43) Viktor Mytteis, Prof., Maler, 1874 - 1936. Der aus dem Sudetenland stammende Künstler erhielt seine Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste in Wien und wirkte als Mittelschulprofessor für Freihandzeichnen in Villach und Graz. In seinem Werk widmete er sich vorwiegend der Landschaftsmalerei, in der er in spätimpressionistischen Stilempfindung durch lockeren Ausdruck und Nuancenreichtum den Charakter steirischer Landschaften, mit Vorliebe der Ebenen und Aulandschaften, auf meisterliche Weise einfangen konnte. Eine Reihe von Ausstellungen und Auszeichnungen wurden dem Künstler zuteil.

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44) Daniel Pauluzzi, Akad. Maler, Prof.,1866 - 1956. Pauluzzigasse in Graz - St. Leonhard, wo sich sein Atelier befand, nach ihm benannt. Der gelernte Lithograph genoss eine künstlerische Ausbildung an der Kunstschule Nürnberg und der Kunstakademie München, schärfte jedoch sein Ausdrucksvermögen vor allem bei ausgedehnten Studienreisen innerhalb Europas. Arbeitete als freischaffender Künstler in Graz und stellte seine pädagogischen Fähigkeiten als Lehrer der Grazer Kunstgewerbeschule, der Steirischen Landeskunstschule und als Honorardozent der Technischen Hochschule zur Verfügung. Vertrat die Interessen der bildenden Künstler auch in der Öffentlichkeit durch Initiativen zu einer Berufsvereinigung. Das 75 jährige Lebenswerk des Künstlers, das eine weitreichende Spannweite umfasste, spiegelt vor allem in seiner Natürlichkeit sein tiefverwurzeltes menschliches Verständnis. Dabei gelang es ihm, in liebenswerter Weise das `Grazer Lokalkolorit` einzufangen.

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45) Alexander Edler von Pichler, k .k. Oberst, Ritter des kaiserlich russischen Anna-Ordens mit den Schwertern, 1810 - 1896; Alexander Edler von Pichler, Statthaltereirat, 1863 - 1906; Andreas Edler von Pichler, k. k. Generalmajor, 1803 - 1862; Carl Edler von Pichler, Ritter des österr. Leopold- und Franz-Josef-Ordens, 1806 - 1894. Die aus zwei miteinander verwandten Familien hervorgegangenen verdienstvollen Militärs fanden ihre Grabstätte in der an der östlichen Friedhofsmauer des Altteiles errichteten Grabkapelle.

Diese Gedächtniskapelle soll weiters dem Gedenken an verdienstvolle Persönlichkeiten gewidmet werden, die am St. Leonhard-Friedhof begraben wurden, deren Gräber aber nicht mehr bestehen.

trenner zur Übersichtprokesch

46) Anton Graf Prokesch von Osten, k. k. Feldzeugmeister, Diplomat, Orientforscher, 1795 - 1876. Über eine militärische Laufbahn wurde er ein höchst angesehener Diplomat, der Österreich in Preußen, beim Deutschen Bund sowie in Griechenland und der Türkei vertrat. Das aufmerksame Interesse am Nahen Osten ließ ihn über seine diplomatische Tätigkeit hinaus zum Historiker und Schriftsteller werden, der wesentlich zum Kennenlernen des Orients beitrug. Sein weites kulturgeschichtliches Interesse macht ihn zum Freund zahlreicher bedeutender Künstler und Forscher seiner Zeit. Er wurde Mitglied der Akademie der Wissenschaften, die Universität Graz ernannte ihn zum Ehrendoktor. Seine kunstsinnige Gattin Irene Prokesch von Osten (1811 - 1872) ließ in den Sechzigerjahren des 19. Jahrhunderts das Palais in der Elisabethstrasse 38 erbauen und führte einen einflussreichen Salon in Graz. Für die Familie entwarf wahrscheinlich der bekannte dänische Architekt Theophil von Hansen, der Erbauer der Wiener Börse, das Mausoleum am Friedhof St. Leonhard. Die malerische Ausgestaltung im Stil der Nazarener stammt offensichtlich von dem mit der Familie befreundeten Maler Josef Tunner. Eine Prokesch-Osten-Gasse in Graz - Gries erinnert weiters an das Geschlecht.



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47) Maximilian von Rodakowski, k. k. Feldmarschall-Leutnant, 1825 - 1900. Sein Name bleibt mit einer historischen Schlacht der k. k. Armee bei Custozza in Italien verbunden, als er 1866 an der Spitze seiner berittenen Trani-Ulanen die Armee zu einem Sieg führte, der nach der im gleichen Jahr verlorenen Schlacht bei Königgrätz gegen Preußen einen Grundstein der Bündnisfähigkeit Österreichs in Europa und des hart umkämpften Weiterbestandes des Vielvölkerstaates der Habsburger-Monarchie darstellte.

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48) Ludwig Carl Seydler, Musiker, Komponist, 1810 - 1888. Die Ludwig Seydler-Gasse in Graz-St. Leonhard mit Porträt-Gedenktafel am Seydlerhaus Leonhardplatz 13 erinnert an ihn. seydlerDer Sohn des Schulmeisters von St. Leonhard wandte sich der Musik zu und war durch ein halbes Jahrhundert Grazer Domorganist. Neben kirchlichen Kompositionen und einigen zu dieser Zeit sehr beliebten Walzern komponierte er 1844 das `Dachsteinlied`, das ihn bekannt machte und 85 Jahre später zur steirischen Landeshymne wurde. Der Text stammt von Jakob Dirnböck. Seydler gab auch ein Gesangsbuch „Maiblüthen" heraus und wirkte als Musikschriftsteller.

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49) Rudolf Siebeck, Mag. art., Dr., Gartenbauarchitekt, 1812 - 1878. Ehrengrab der Stadt Wien. Die Grabstätte ist heute das Familiengrab der Familie Villefort, nachdem eine Tochter Rudolf Siebecks den Bürgermeister von Graz Konstantin Ritter von Villefort heiratete. Der in Leipzig geborene Siebeck gilt als Schöpfer der Wiener Gartenanlagen, die im Zuge des Ringstraßenausbaues Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt wurden. Zahlreiche Planungen von Gartenanlagen im In- und Ausland mehrten seinen Ruhm, bevor er sich als Alterssitz nach Graz zurückzog. Hier pflegte er in aufgeschlossener kultureller Atmosphäre die Freundschaft mit Schriftstellern und Künstlern. Ebenso ist Siebeck als Autor von Fachbüchern hervorgetreten.

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50) Fritz Silberbauer, Akad. Maler, Prof., 1883 - 1974. Ehrengrab der Stadt Graz. Der in Leibnitz Geborene erfuhr seine Ausbildung zunächst als Lithograf, weiters an der Landeskunstschule Graz, der Kunstgewerbeschule in Dresden und der Akademie der bildenden Künste in Wien. Nach Rückkehr nach Graz wirkte er erfolgreich als freischaffender Maler, der im Kunstleben zunehmend eine wichtige Rolle als Mitbegründer des „Bundes Freiland" und der Grazer Sezession einnahm. Das reiche künstlerische Werk von Grafikzyklen, einprägsamen figuralen Ölmalereien mit symbolistischem Hintergrund und Fresken fand große Anerkennung in Ausstellungen und am Kunstmarkt. Auch wurden ihm zahlreiche Preise zuteil. Auf den Pädagogen Silberbauer verweisen seine langjährige Lehrtätigkeit an der Landeskunstschule, der Grazer Kunstgewerbeschule und der Technischen Hochschule Graz.

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51) Carl Freiherr von Smola, k. k. Generalmajor, 1802 - 1862. Ritter des k. k. Maria-Theresien-Ordens. Dieser wurde dem in Budweis geborenen und zur Offizierslaufbahn bestimmten Smola, der mehrere Stufen erfolgreichen Wirkens absolvierte, für einen heldenhaften Einsatz verliehen. Bei der Belagerung der Stadt Udine 1848 durch österreichische Truppen gelang es dem dabei schwer verwundeten Soldaten, als Parlamentär die kampflose Übergabe durch die Italiener zu erreichen, womit die historische Stadt als auch zahlreiche Menschenleben auf beiden n gerettet wurden. Aufgrund einer daraus folgenden Beinamputation schied er aus dem Militärdienst aus und wurde Direktor des k. k. Polytechnischen Institutes in Wien. Schriftstellerische Tätigkeiten auf dem Gebiet des Militärwesens wiesen ihm den Weg zu dieser organisatorische und technische Aspekte verbindenden Funktion.

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52) Karl Maria Stepan, Dr. jur., Landeshauptmann von Steiermark, Generaldirektor der Styria, 1894 - 1972. Schon während des Studiums an der Universität Wien richtete Stepan seine Aufmerksamkeit auf den Aufbau einer christlich-sozialen Partei in Österreich und trat der CV-Verbindung „Norica" bei. Nach Kriegsdienst im 1. Weltkrieg und Gefangenschaft in Russland schloss er sein Studium in Graz ab und bereitete sich auf eine Laufbahn als Rechtsanwalt vor. Von Gesinnungsfreunden angeregt, wurde er politisch tätig und übte 1924-1928 die Funktion eines Generalsekretärs der Christlich-Sozialen Partei in Steiermark aus. Seinem aufrechten Wesen widerstrebende Veränderungen der politischen Landschaft unter zunehmender Bedrohung durch den Nationalsozialismus veranlassten ihn, 1928 in den Dienst des Katholischen Pressvereins zu treten, dessen Führung er übernahm. Im Zuge der historisch widersprüchlichen Umstände, die 1933 zur Ausrufung des Ständestaates durch Bundeskanzler Dollfuß führten, folgte er einem Ruf nach Wien als Bundesleiter der „Vaterländischen Front", deren Organisation er in patriotischem Geist aufbaute. 1934 wurde er zum Landeshauptmann der Steiermark bestellt, welche Aufgabe er mit Hingabe bis zum Anschluss 1938 erfüllte. Einen Großteil der Kriegszeit musste er unter schweren Entbehrungen im KZ verbringen. Nach 1945 widmete er sich dem Wiederaufbau des Druck- und Verlagshauses Styria als dessen Generaldirektor, fungierte zugleich aber als „spiritus rector" der Katholischen Aktion in der Steiermark, deren Aufgabe er im Brückenschlag von Glaube und Welt sah.

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53) Oscar Stolberg, Akad. Bildhauer und Maler, Prof., 1882 - 1967. Der in New York als Sohn des bedeutenden Literaten Graf Stolberg Geborene leitete nach Studium an der Akademie Wien die Bildhauerklasse an der Grazer Kunstgewerbeschule. In der Folge lehrte er als Professor für Zeichnen und darstellende Geometrie am Akademischen Gymnasium in Graz und war auch als Musiker tätig. Neben größeren plastischen Arbeiten trat er zunehmend als Landschafts-, Blumen- und Porträtmaler hervor, wobei ihm stimmungsvolle Kreidezeichnungen von Grazer Motiven entsprechende Anerkennung brachten. Der Grabstein mit zartem Engelsrelief verweist auf die Lebensaufgabe des beliebten Lehrers und Künstlers.

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54) Eduard Ritter Succovaty von Vezza, k. k. Feldzeugmeister, 1839 - 1919. Der in Olmütz in Mähren geborene Offizier sah sich als Korpskommandant in Graz mit heftigen Auseinandersetzungen und Ausschreitungen einer aufgebrachten Bürgerschaft konfrontiert, die gegen vom polnischen Ministerpräsidenten Badeni ausgehende Sprachverordnungen protestierte, die auf eine Gleichstellung der deutschen und slawischen Sprachen als Amtssprache in den Kronländern zielte. Sein Einsatzbefehl zur militärischen Befriedung durch eine slawische Garnison wurde vom Volk und Gemeinderat als Provokation aufgefasst, wobei Succovaty das zwiespältige Verhalten des Kaiserhauses selbst reflektierte. Nach unausweichlicher Demission wurde er in den Ruhestand versetzt und lebte in Graz.

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55) Rudolf Szyszkowitz, Akad. Maler, Prof., 1905 - 1976. Eine Grundschulausbildung in Zadar, Kroatien, eine Bildhauerausbildung an der Grazer Kunstgewerbeschule und ein Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien mit anschließendem Besuch der Meisterschule, verbunden mit zahlreichen Reisen, ließen den Künstler zu einem kosmopolitischen Weltbild kommen. Ein weiterer starker Antrieb wurde die aktive Teilnahme an der christlichen Jugendbewegung „Bund Neuland" nach dem 1. Weltkrieg, woher er seine weltanschauliche Position als emphatischer Erneuerer der Kunst in christlichem Geist bezog. Nach freischaffender Tätigkeit als Maler in Wien wurde er 1936 an die Grazer Kunstgewerbeschule berufen, um eine Meisterschule aufzubauen, die er in weiterer Folge leitete. Nach Kriegsdienst im 2. Weltkrieg kehre er an seine Schule zurück und übte bis 1967 eine nachhaltige Wirkung auf mehrere Generationen seiner Schüler aus, die selbst später eigenständige Wege gingen. Oskar Kokoschka holte ihn mehrfach als Leiter einer Meisterklasse an die Salzburger Sommerakademie. In Graz initiierte er als Präsident des „Werkbundes" bemerkenswerte Ausstellungen zur christlichen Kunst, die ihm auch Aufträge in diesem Bereich verschafften. Das Werk des Künstlers, das in Ausstellungen und Publikationen ausführlich dokumentiert ist, forderte in seiner „Gratwanderung" zwischen Abstraktion und Figuration immer wieder zu Kontroversen heraus, kann dadurch aber zugleich die Brisanz seines malerischen Credo bezeugen.

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56) Anton Tautscher, Dr. rer. pol., Dr. jur., Univ.-Prof., 1906 - 1976. Gebürtig aus dem obersteirischen Industriegebiet der Veitsch wurde sein Interesse früh auf Probleme der Wirtschaftsordnung und Sozialwirtschaft gerichtet, die sein Forschungs- und Lehrgebiet wurden. Im Bibliotheksdienst der Karl-Franzens-Universität tätig, konnte er sich aufgrund seiner christlich-sozialen Gesinnung erst 1945 habilitieren und erlangte ein Jahr später eine außerordentliche Professur an der Universität in Graz. In der Folge wurden ihm Lehraufträge für Finanz- und Wirtschaftswissenschaft an der Technischen Hochschule Graz und der Theologischen Fakultät der Universität zuteil. Zahlreiche Publikationen und Vorträge erbrachte das Lebenswerk des Wissenschaftlers, der seinen Schülern das Grundwissen über volkswirtschaftliche Zusammenhänge auf betont verbindliche Art vermitteln konnte.

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57) Wilhelm v. Tegetthoff, k. k. Vizeadmiral, „Seeheld von Lissa", 1827 - 1871. Der aus einer Offiziersfamilie stammende Marineoffizier wurde in Marburg an der Drau geboren und absolvierte die Marineakademie in Venedig. Sein Aufstieg über die Ernennung zum Fregattenfähnrich und weiters Kommandanten des Schiffes „Elisabeth" wurde mit Aufmerksamkeit verfolgt, worauf er 1859 als Marine-Oberkommando-Adjutant nach Wien berufen wurde. In dieser Funktion durfte er Erzherzog Ferdinand Max auf einer Seereise nach Brasilien begleiten. Aufgrund seiner Auszeichnung in einem Seegefecht 1864 gegen die Dänen vor Helgoland wurde ihm das Kommando der k. k. Flotte in der Seeschlacht von Lissa (Insel Vis) gegen die italienische Seemacht erteilt. Er wendete gegen die in der Ausrüstung wesentlich stärkere Flotte mit Panzerschiffen eine überraschende „Rammtaktik" an, die zum Sinken des italienischen Flaggschiffes „Re d`Italia" und zum größten Sieg der österreichischen Marine führte. Die Ernennung zum Vizeadmiral und zahlreiche weitere Auszeichnungen wie ein lebenslanger Sitz im Herrenhaus waren der Lohn dafür. Seinem weitsichtigen Blick ist auch die Gründung eines Hydrografischen Institutes der Marine zu danken, das sich um die Bildung des Nachwuchses der österreichischen Marineoffiziere verdient machte. Nur 44 jährig verstarb Tegetthoff und wurde in Wien beerdigt. Später erfolgte seine Überstellung in das Familiengrab in Graz. Im Jahre 1877 wurde ein Denkmal des Admirals, vom Wiener Bildhauer Carl Kundmann geschaffen, in Pula aufgestellt, nach dem 1. Weltkrieg von den Italienern wegen der erlittenen Schmach jedoch wieder abgebaut. 1935 erhielt die Stadt Graz das heute den Tegetthoffplatz in St. Leonhard zierende Denkmal mit vier allegorischen Figuren von der italienischen Regierung überlassen, um am Ort der Grablegung des Admirals als Erinnerung zur Aufstellung zu gelangen. Den Namen trägt weiterhin eine Grazer Murbrücke. Dem Gedenken widmet sich bis heute eine Marine-Kameradschaft Tegetthoff in Graz. Als Erzähler und Autor ist der Enkel des Admirals, Folke Tegetthoff, bekannt geworden.

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58) Josephine Toman, Schriftstellerin, Komponistin, 1833 - 1854. Im Künstlernamen Josipina Turnogradska verbirgt sich der Geburtsort Thurn bei Neuburg in Oberkrain und der kulturelle Hintergrund, der sie in ihrer Themenwahl und Dichtersprache dem slowenischen Raum verpflichtet. Die talentierte junge Frau veröffentlichte Erzählungen „Slowenische Biene" und „Die Morgenröte" sowie Bearbeitungen historischer Stoffe, die sie bis Konstantinopel bekannt machte. Mit ihrem Mann, dem ebenso literarisch tätigen Abgeordneten des österreichischen Reichsrates Lovro Toman, kam sie nach Graz, wo ihr ein nur 5-jähriger glücklicher Aufenthalt bis zu ihrem unerwarteten Tod bei der Geburt ihres Kindes beschieden war. Der Obelisk am Grab verweist auf jenes historisch bedeutungsvolle Symbol der Ewigkeit, das ebenso zu einem Stilelement des bedeutenden slowenischen Architekten Josef Plecnik, der Graz über seine Ausbildung verbunden ist, wurde.

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59) Joseph Freiherr Vecsey de Vecse et Böröllyo-Iságfa, k. k. Feldzeugmeister, 1822 - 1890. Der im ungarischen Komron geborene Offizier erregte in seiner militärischen Laufbahn erste Aufmerksamkeit im Feldzug gegen Piemont 1848/49 bei der Schlacht von Solverino, wurde 1873 zum Generalmajor befördert und war in der Folge Divisionskommandant der Infanterie in Wien. Im Zuge der Besetzung Bosniens und der Herzegowina aufgrund eines Schiedsspruches des Berliner Kongresses 1878 machte er sich durch besonderen Mut bei der Niederschlagung eines Aufstandes islamischer Freischaren verdient, worauf ihm das Ritterkreuz des Maria -Theresien-Ordens verliehen wurde. Zuletzt stellvertretender kommandierender General in Graz, verbrachte er hier seinen Lebensabend und wurde ebenda bestattet.

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60) Alexander Freiherr von Warsberg, Dr. jur., Diplomat, Schriftsteller, 1836 - 1889. Obgleich preußischer Abstammung, wuchs er nach Übersiedlung der Familie in Graz auf und trat in den kaiserlichen Staatsdienst ein. Sein literarisches Interesse für die Antike, im besonderen Homer, wurde durch die Freundschaft mit Anton Graf Prokesch-Osten verstärkt und führte ihn auf zahlreichen Reisen in den Mittelmeerraum. Mit der Ernennung zum österreichischen Konsul in Korfu erschloss sich ihm Griechenland als Wohnsitz und Forschungsfeld. Aus seiner lange andauernden Beschäftigung mit der Kultur des Südens erwuchsen begeisternde literarische Werke wie „Ein Sommer im Orient", „Odysseeische Landschaften" und „Homerische Landschaften". Eine Expedition nach Lykien diente der archäologischen Erforschung Kleinasiens. 1885 zum Reisemarschall der Kaiserin Elisabeth avanciert, vertraute diese ihm die Erbauung des Achilleions an, wovon ihn der Tod abhielt. Das historistische Grabdenkmal in Renaissanceformen aus Tonziegeln mit der Geburt Christi in Majolika stellt eines der kulturhistorisch wertvollsten am St. Leonhard-Friedhof dar, befindet sich jedoch bedauerlicherweise in einem schlechten Bauzustand, der einer Abhilfe bedarf.

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61) Ladislaus Gundacker Graf Wurmbrand-Stuppach, Forscher, Landeshauptmann, Minister, 1838 - 1901. Der einer Wiener Aristokratenfamilie entstammende Mann wandte sich über Privatstudien der Archäologie zu, die ihn als Forscher ein Leben lang beschäftigte. Mit der Entdeckung prähistorischer Pfahlbau-Siedlungen an österreichischen Seen erregte er internationales Aufsehen. Als Gutsbesitzer in der Steiermark wurde er 1877 in den Landtag gewählt, wo er sich mit Reformvorschlägen volkswirtschaftlicher Art befasste. 1884 zum steirischen Landeshauptmann gewählt, übte er dieses Amt 13 Jahre aus, unterbrochen von einer zweijährigen Tätigkeit als Minister in Wien. Vom hohen Ansehen zeugt die Wahl in den Reichsrat, ebenso machte er sich in der Kulturpolitik durch Gründung der Historischen Landeskommission verdient, die bis zum heutigen Tag sich um die Erforschung und Dokumentation der steirischen Landespolitik im größeren Rahmen bemüht.

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62) Johann Wiedner, kaiserl. Rat, 1856 - 1928. Ehrengrab der Stadt Graz. Gemeinderat der Stadt Graz und 1. Obmann des Parkausschusses.

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63) Viktor Zack, Prof., Volksliedforscher, Chorleiter, Komponist, 1854 - 1939. Aus einfachen Verhältnissen in Erzberggebiet stammend, besuchte er nach mehrmaligem Schulwechsel die Lehrerbildungsanstalt in Graz und wurde Hilfslehrer in Vordernberg. Seine frühe Neigung zur Musik zeigte sich im Orgelspiel und der von Erzherzog Johann geförderten Zuwendung zur Bewahrung alten steirischen Liedgutes. Er veröffentlichte nach sorgfältiger Sammlung eine erste Volksliederausgabe „Heiderich und Peterstamm" und schuf ein „Steirisches Liederbuch für Volksschulen". Förderer ermöglichten ihm den Besuch der Grazer Universität als außerordentlicher Hörer beim Musikwissenschafter Friedrich Hausegger, nachdem für ihn in Graz auch eine Lehrerstelle gefunden werden konnte. Seine engagierte Mitgliedschaft bei der Akademischen Sängerschaft Gothia trug ihm 1888 die ehrenvolle Rolle als Kapellmeister ein, die er mit bemerkenswerten Aufführungen rechtfertigte. Ein zweijähriges Studium am Konservatorium Leipzig waren für die Entfaltung seiner kompositorischen Fähigkeiten wichtig, die er zur Schaffung einer Reihe von ernsten wie heitern Werken, wie die romantische Oper „Agrippina", nutzte. Um die Jahrhundertwende war Zack einer der profiliertesten Träger des steirischen Musiklebens, zugleich geriet er in den Sog deutschnationaler Tendenzen, die auf sein auf Bewahrung traditioneller Werte gerichtetes Lebenswerk Schatten zu werfen in der Lage sind.

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